Durch aktives Zuhören beim Chef punkten

working@office 12/2009

Aktivieren Sie das intuitive Denken bei Ihrem Chef

Assistentinnen können ihrem Chef helfen, sein intuitives Wissen besser zu nutzen. Bieten Sie sich als Gesprächspartner an, rät Dr. Jürgen Kässer von Contrust. Der Psychoanalytiker berät Führungskräfte in Sachen Intuition.

Durch einen regelmäßigen verbalen Austausch zwischen der Sekretärin und ihrem Chef, entsteht zum einen eine Vertrauensbasis und zum anderen hilft der Austausch, das intuitive Denken zu fördern. Gespeistes Wissen steht, wenn es etwa im Dialog mit der Assistentin aktiviert wird, plötzlich und unerklärlich zur Verfügung.

Intuitives und logisches Denken
Der Mensch besitzt zwei voneinander unabhängig operierende Systeme des Wahrnehmens und des Denkens. Dabei handelt es sich um das intuitive Denken, das wahrnehmungsähnlich, schnell und mühelos ist, und im Gegensatz dazu das logische Denken, das anstrengend, aufwändig und langsam ist. Das Chefsystem – das Bewusstsein – arbeitet dabei vor allem in der linken Gehirnhälfte. Durch Logik versucht das Bewusstsein, Probleme zu lösen. Die eher im Hintergrund tätige rechte Gehirnhälfte arbeitet vielschichtig, integrativ, ganzheitlich, assoziativ und gefühlsbezogen. Sprich: Sie ist intuitiv.

Intuitives Wissen aktivieren
Sekretärinnen können den meist kopftrainierten Führungskräften (linke Gehirnhälfte) helfen, ihr Intuitivwissen (rechte Gehirnhälfte) zu aktivieren. Bieten Sie sich als Gesprächspartner an, der nicht alle Hintergründe kennt und nicht das fundierte Wissen besitzt. Denn gerade diese Aspekte zwingen zum Reduzieren, Vereinfachen und Strukturieren komplizierter Probleme. Zu Anfang kann man auch auf Alltagsthemen als Startprojekt zurückgreifen. Etwa, ob es sinnvoll ist, Investitionen zu tätigen oder wegen der Krise aufzuschieben. Merken Redner und Zuhörer, dass diese Art der Analyse hilft, kann man das Procedere auf weitere Gebiete übertragen.

Vertrauen vorausgesetzt
Das Gespräch funktioniert nur, wenn jeder sein Gegenüber als Mensch und nicht in den Rollen „Vorgesetzter“ und „Sekretärin“ sieht. Absolute Verschwiegenheit ist ebenso zwingend, ansonsten schwindet das Vertrauen und ein offenes Gespräch ist nicht möglich. Assistentinnen genießen oft so einen Vertrauensstatus, nutzen Sie ihn. Es dient dem Chef, aber vor allem Ihnen, da Sie sich mit dem aktiven Zuhören unentbehrlich machen können.

Autor(en): Michael Sudahl